Raus aus dem Grau, rein in die bunte Märchenwelt
23 Länder und vier Religionen in 18 Tagen: Das und mehr versprechen die Berliner Märchentage 2009. Vom 5. bis 22. November werden sich Märchenliebhaber zum 20. Mal an über 300 Orten in Berlin und Brandenburg zusammenfinden – dieses Jahr unter dem Motto „Weltgeschichten – Von Schöpfern und Geschöpfen“.
Der November ist der Monat, in dem sich der eventuell noch verweilende Spätsommer endgültig verabschiedet. Es wird kälter, früher dunkel, meistens auch ziemlich nass und insgesamt einfach ungemütlich. Es ist die Zeit, in der wir uns lieber drinnen um ein warmes Feuer kuscheln, als draußen den Elementen zu trotzen. Da es beim Wärmen am Feuer schnell langweilig werden kann, wenn alle nur still rumsitzen, erzählt man sich dann gern Geschichten und Märchen. Die wohl längste Märchenstunde der Welt findet alljährlich in Berlin statt: die Berliner Märchentage.
Viele Märchen eröffnen uns eine fantastische Welt voller Mythen, Fabelwesen und heldenhafter Taten. Die Geschichten spiegeln dabei oft das Selbstverständnis und die Wertvorstellungen eines Kulturkreises wider. Die Märchentage wurden ins Leben gerufen, um uns die verschiedenen Kulturen der Welt mit Hilfe ihrer Märchen und Geschichten näher zu bringen – Völkerverständigung durch Geschichtenerzählen. Gegründet wurden sie am 2. April 1990, sie finden jedoch traditionell im wettertechnisch stimmungsvolleren November statt.
Die diesjährigen Märchentage gehen dabei über den bisherigen Rahmen hinaus: Nicht nur eins, sondern 23 Länder von fünf Kontinenten präsentieren unter dem Motto „Weltgeschichten – Von Schöpfern und Geschöpfen“ ihre Märchen. Vollzählig treten dabei die skandinavischen Länder auf, aber auch weitgereiste Gäste aus Japan, Australien und Mexiko geben sich die Ehre. Wie das Motto verrät, bilden Schöpfungsgeschichten den zweiten Schwerpunkt. Katholische und Evangelische Kirchen sowie eine Moschee und eine Synagoge stehen jedem offen, der die Schöpfungstheorien verschiedener Religionen kennenlernen will.
Anders als manch einer uns erzählen will, sind Märchen nicht nur für kleine Kinder. Im Gegenteil, einige sind so grausam, dass sie für Kinder gänzlich ungeeignet scheinen. Doch egal ob harmlos oder blutrünstig, Erwachsene können sich genauso an den fantastischen Geschichten erfreuen wie ihre Sprösslinge. Verteilt auf alle zwölf Berliner Bezirke bieten die Märchentage für jeden die passende Veranstaltung: für Leseratten und Hörfanatiker ebenso wie für Musikbegeisterte und handwerklich Begabte und die, die es werden wollen. Also, raus aus dem grauen November und rein in die bunte Welt der Märchen!
Organisiert werden die Berliner Märchentage vom Märchenland e.V. Dessen Hauptquartier ist das Deutsche Zentrum für Märchenkultur, Spreeufer 5, 10178 Berlin, Tel. 030/34709478. Infos zu allen Veranstaltungen in Berlin und Brandenburg gibt es online: http://www.maerchenland-ev.de/.
Und wenn die Märchentage vorbei sind? Im gesamten Stadtgebiet kann man in den Kinder- und Jugendbereichen der Öffentlichen Bibliotheken Nachschub für den Lesehunger besorgen. Außerdem werden in vielen Kinderbibliotheken Leseunterricht sowie Märchen- und Vorlesestunden veranstaltet. Einige besonders umfangreiche Kinderbibliotheken findet man in:
- Mitte: Bezirkszentralbibliothek Philipp Schaeffer, Brunnenstraße 181, 10119 Berlin, Tel. 030/901824444
- Prenzlauer Berg: Heinrich-Böll-Bibliothek, Kinder- und Jugendbereich „Michael Ende“, Greifswalder Straße 87, 10409 Berlin, Tel. 030/4212042
- Kreuzberg: Kinder- und Jugendbibliothek “Hallescher Komet”, Blücherplatz 1, 10961 Berlin, Tel. 030/90226103
- Weißensee: Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek, Bizetstraße 41, 13088 Berlin, Tel. 030/92090976
- Wedding: @hugo-Jugendmedienetage, Swinemünder Straße 80, 13355 Berlin, Tel. 030/901845685



