Eine Weinbau-Ausstellung in Berlin
Für einige dürfte es neu sein: Berliner trinken nicht nur gerne Wein, sondern bauen ihn auch an. Ende der 1960er Jahre haben sich einige Wein-Liebhaber der alten Tradition erinnert, die schon mittelalterliche Mönche pflegten. Inzwischen gibt es bereits wieder zehn größere, offiziell genehmigte Weingärten in der Stadt. Dass die wiedererwachte Weinbaukultur noch nicht bekannter ist, liegt daran, dass der fertige Wein nicht in den Handel gelangen darf. Berlin ist kein rechtlich anerkanntes Weinbaugebiet – somit dürfen die hiesigen Erzeugnisse nicht verkauft werden. Die Vergabe der Flaschen übernehmen in der Regel die Bezirke, die die Kontrolle über die Weinberge haben.
Um das Thema stärker in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und das zarte Pflänzchen – nicht nur im übertragenen Sinne – gedeihen zu lassen, veranstaltet der Förderverein Weingarten Berlin e.V. die Ausstellung “Reben, Ranken, Riesling…Berliner Weingeschichte”. Im Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner in der Prenzlauer Allee 227/228 (Prenzlauer Berg) kann man sich noch bis zum 4. November über die lange Tradition Berliner und Brandenburger Weine informieren. Beleuchtet wird auch die Gegenwart: Alle Winzer und Anbaugebiete der Hauptstadt werden ausführlich vorgestellt.
Ob der märkische Wein wirklich wie eine Säge durch die Kehle geht, wie ein altes preußisches Sprichwort besagt, können Sie am 17. und 18. Oktober bei der Weinprobe im Weingarten am Wasserturm Prenzlauer Berg ausprobieren. Parallel findet dort die Lese der Trauben statt.


